2005 Champagne Bollinger La Grande Année Brut AOP

2005bollgrandeanneeDas Champagnerhaus Maison Bollinger wurde im Jahre 1829 von dem Deutschen Jacques Bollinger, Paul Renaudin und Graf Athanase-Louis-Emmanuel de Villermont gegründet. Chef de Caves ist aktuell Gilles Descotes, der die Position von Mathieu Kauffmann, der 2013 Bollinger verließ, übernahm. Bis zum Jahre 1971 führte Madame Lily Bollinger (Jacques Bollinger übernahm von Vater George Bollinger das Familienunternehmen und heiratete „Lily“ Emily Law de Lauriston Boubers) das erfolgreiche Unternehmen. Das Edle und Besondere der Champagner aus dem Hause Bollinger ist die Vinifizierung: die Champagner lagern länger und es wird ausschließlich die erste Pressung des Mostes für die Cuvées verwendet. Ausgebaut wird sowohl in alten Barriques als auch im Edelstahl, und die Marke Bollinger gehört mit zu den herausragenden Erzeugern weltweit. Mit dem 2005 Champagne Bollinger La Grande Année Brut AOP stelle ich einen ganz besonderen Champagner der Maison Bollinger vor, der zu ⅔ aus der Pinot Noir Traube und zu ⅓ aus der Chardonnay Traube gekeltert wurde. Diese Cuvée wird nur aus den besten Jahrgängen erzeugt, komplett in gebrauchten Barriques vinifiziert und verarbeitet das Traubenmaterial aus 13 der besten Lagen in der Champagne. Insgesamt werden pro Jahr an die 2 Millionen Flaschen unter dem Label Champagne Bollinger erzeugt.

„Der 2005 Champagne Bollinger La Grande Année Brut AOP hat ein unglaublich konzentriertes Bukett nach reifer, gelber Frucht wie Aprikosen und Apfel, mit viel Karamell, Honigbrot, Brioche, Hefe, frischen, würzigen Tabaknoten und würzigen Oliven. Dieses Duft-Potpourri ist so herrlich intensiv, dass man erst einmal nur die wunderbare Perlage betrachtet und immer wieder am Glase riecht. Am Gaumen präsentiert sich ein sehr muskulöser Champagner, sehr klar und präsent, mit einer sehr ausgewogenen Gesamtstruktur, großer Beständigkeit und sehr feinen Frische. Noten von kandierten Orangen, Grapefruit, Vanille, leicht süsslichen Holznoten in Kombination mit einer leicht salzigen Mineralität und einem Hauch Kaffee nach jedem Schluck im hintersten Winkel der Mundhöhle, sind unglaublich spannend. Dabei zeigt sich dieser Champagner durch den Ausbau in bereits gebrauchten Barriques keineswegs holzlastig, sondern gewinnt dadurch seine ungeheure Cremigkeit und mineralische Würze. Genossen haben wir den La Grande Année Brut zu frisch gegrilltem Fisch und selbst gebackenem OlivenBaguette.“

Eine wunderbare Spiegelung für Genuss ist auch folgendes Zitat: „Ich trinke Champagner wenn ich froh bin, und wenn ich traurig bin. Manchmal trinke ich davon, wenn ich alleine bin; und wenn ich Gesellschaft habe, dann darf er nicht fehlen. Wenn ich keinen Hunger habe, mache ich mir mit ihm Appetit, und wenn ich hungrig bin, lasse ich ihn mir schmecken. Sonst aber rühre ich ihn nicht an, außer wenn ich durstig bin.“ Madame Lily Bollinger

Degogieren => Nach der zweiten Gärung sinken die Hefezellen nach dem Absterben auf den Flaschenboden. Nun kommt die Champagnerflasche im ca. 50° Winkel auf eine Rüttelvorrichtung, wo innerhalb von Wochen der Winkel um jeweils 4° – 5° angehoben wird bis der Flaschenhals senkrecht nach unten zeigt. Der Flaschenhals wird nun in ein Eisbad gehalten, um die komplett in den Flaschenhals gesunkenen Hefen zu gefrieren – nun wird der Kronkorken entfernt und der gefrorene Hefepfropf schießt aufgrund des Überdrucks aus der Flasche. Früher wurde auf das Einfrieren des Hefepfrops verzichtet, was allerdings zu großen Verlusten des mitaustretenden Champagners führte.

Dosage => Der durch das Degogieren verursachte Flüssigkeitsverlust wird durch die Versanddosage ausgeglichen, bevor die Flasche mit dem Champagnerkorken verschlossen wird. Die Versanddosage besteht wie die Fülldosage (kennzeichnet den ersten Schritt bei der Schaumweinherstellung auf der Flasche, und besteht aus dem Grundwein, Hefen und gelöster Saccharose oder Traubenmostkonzentrat und führt aufgrund der Hefen zur zweiten Gärung) aus dem Grundwein und kann auch je nach Winzerrezept mit Zuckerstoffen angereichert werden.

Assemblage => Hiermit ist das Vermählen (Verschneiden = Cuvée) von Weinen verschiedener Jahrgänge speziell für die Herstellung von Champagner gemeint. Die hohe Kunst der Assemblage und geht auf den Benediktinermönch Dom Pierre Perignon zurück.

Perlage, Mousse => Dieser wunderbare, französische Begriff für die Perlenbildung bei der Champagner-Herstellung, geschieht durch den durch die Hefen verstoffwechselte Zucker während der zweiten Gärung auf der Flasche, bei dem Alkohol und CO2 (Kohlendioxid) entsteht.

Malolaktische Gärung => Bei der malolaktischen Gärung (natürlicher Säureabbau) wird die natürliche, harte Apfelsäure (Malo = Apfel) der Traube in die weichere Milchsäure umgewandelt. Dieser Vorgang vollzieht sich ganz natürlich, und zwar nicht durch Hefen sondern durch Bakterien, welche sich hervorragend in einem sauren Milieu vermehren können und keinen Zucker für ihre Arbeit benötigen.

SCHAUMWEINE & RESTZUCKER => Dosage zero, Pas dosé, Brut sauvage 0 – 1 g/L RZ, Brut nature 0 – 3 g/L RZ, Extra brut 0 – 6 g/L RZ, Brut 0 – 15 g/L RZ, Extra dry 12 – 20 g/L RZ, Sec, Secco, trocken, Dry 18 – 35 g/L RZ, Demi sec, lieblich 33 – 50 g/L RZ, Doux, dolce, süss > 50 g/L RZ

Alkoholgehalt: 12 vol% | Restzucker: k.A. | Gesamtsäure: k.A. | Rebsorte: 70% Pinot Noir, 30 % Chardonnay | Frankreich-Aÿ-Champagne | Ausbau in alten Barriques und die 2 Gärung für 5 Jahre vor dem Degogieren auf der Flasche | Preis für 0,75L ab 109,00 €

Text, Recherche & Photo: Lorenz Looke / Detailfragen zur Champagner-Herstellung: Sommelier Michael Krömker: Weinschule Krömker

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