2017 Allesverloren Shiraz

Das südafrikanische Weingut Allesverloren Estate befindet sich in sechster Generation am Fuß des Kasteelbergs zwischen den Orten Riebeek West und Riebeek Kasteel, in der Gemeinde Swartland am Westkap. Die Cape Coastal Region erstreckt sich entlang der Westküste Südafrikas und beheimatet die Weindistrikte Swartland, Darling, Wellington, Tigerberg, Paarl, Franschhoek und Stellenbosch. Etwa 80 Kilometer nördlich von Kapstadt bewirtschaftet der traditionelle Weinbaubetrieb unter der Leitung von Vater Fanie und Sohn Danie Malan auf 180 Hektar Land Weinberge mit den Rebsorten Cabernet Sauvignon, Shiraz und die Portweinsorten Tinta Barroca, Touriga National und Souzao. Die Portweine des mit zu den ältesten Weingütern der Region Swartland zählenden Unternehmens werden regelmäßig mit Medaillen ausgezeichnet. Ich stelle aus dem Hause Allesverloren Estate heute den 2017 Allesverloren Shiraz vor. Der Name Allesverloren stammt übrigens der Überlieferung nach von einem Vorfahren der Malans, der beim Anblick der niedergebrannten Farm ausrief „Alles verloren…“.

„Der 2017 Allesverloren Shiraz ist ein sehr körperreicher Wein, dies offenbart schon der erste Geruchskontakt nach dem Öffnen der Flasche. Das Bukett zeigt elegante und fruchtige Aromen nach schwarzen Brombeeren, saftigen Heidel- und Maulbeeren, wunderbar verwoben mit einer unaufdringlichen Rauchnote und dezenten Schokoladentönen. In der Mundhöhle umspülen tiefschwarze Beerennoten den Gaumen und hinerlassen einer wunderbare Würznote und rauchige Barriquearomen, und nach jedem Schluck strömen satte Brombeertöne und dezente Pfeffernoten in die Mundhöhle zurück. Dieser Shiraz sollte sich 30 Minuten in einer Karaffe entfalten dürfen und wird die Freunde kräftiger Rotweine entzücken. Genossen haben wir diesen sehr ausgewogenen Wein zu Rotwein-Gulasch mit gekochtem Rosenkohl und frisch gebackenem Bauernbrot.“

Südafrikas Weinbau befindet sich zu 80% im Süden des Landes in der südlichsten Provinz Western Cape und erstreckt sich in etwa 200 Kilometer um Kapstadt herum – die kühlen Meeresströmungen des Atlantik und des Indischen Ozean an der Küste Südafrikas machen den Weinbau in der Kappregion erst möglich. Die Provinz Western Cape mit ihren 4 Kernregionen Olifants River, Coastal Region, Breede River Valley und Klein Karoo sind ideal für den Weinbau. Swartland, wegen seiner schwarzen, fruchtbaren Erde auch das schwarze Land genannt, ist die Kornkammer Südafrikas und zieht sich an der Atlantikküste hinauf. Die Region Boberg ist eine weitere kleine Anbauzone, welche nur für die Herstellung von Dessertweine verwendet wird, sie umfasst Teildistikte der Anbaugebiete Paarl und Tulbagh. Eine weitere Weinbauregion als Geographical Unit gekennzeichnet ist Northern Cape, zu welchem die Anbaugebiete Sutherland-Karoo und Central Orange River (Ward) zählen.

Weinbau in Südafrika & seine Herkunftsbezeichnungen in 6 Kategorien:

  • Estate => ein aus einer oder mehrerer Weinfarmen gebildetes Weingut, das ausschließlich Trauben aus eigener Erzeugung verwenden darf und auf dem eigenen Grund vinifizieren darf.
  • Ward => bezeichnet ein genau definiertes, kleineres Anbaugebiet wie z.B. Franschhoek.
  • District => nennt sich ein größeres Anbaugebiet wie z.B. Stellenbosch.
  • Region => umfasst eine weitläufige Anbauzone, welche aus unterschiedlichen Distrikten oder Teildistrikten besteht, wie z.B. Breede River Valley. Die kleine Anbauzone Boberg wird nur für die Herstellung von Dessertweinen aus den Teildistrikten der Anbaugebiete Paarl und Tulbagh verwendet.
  • Wineland => ist keine offizielle Bezeichnung sondern stellt nur die Bedeutung des Weingebietes dar, unabhängig davon ob sie als Ward, District oder Region klassifiziert sind.
  • Geographical Unit => kennzeichnet keine Appellation, sondern die Provinz Western Cape als das seit 1993 einzige, übergreifende Weingebiet.

Alkoholgehalt: 14,5 vol% | Restzucker: 3,0 g/L | Gesamtsäure: 5,75 g/L | Rebsorte: 100 % Shiraz | Südafrika – Coastal Region – Swartland | Ausbau für 6 Monate im Grossholz | Lagerzeit bis etwa 2024 | Preis für 0,75L ab 11,95 €

Text, Recherche & Photo: Lorenz Looke, Info: Weinschule Krömker